Umsatzsteuer: Keine Durchschnittssatzbesteuerung bei Einräumung von Angelberechtigungen

Wer Anglern Angelberechtigungen (Erlaubnisscheine) einräumt, darf die daraus erzielten Umsätze nicht nach Durchschnittssätzen gemäß § 24 UStG besteuern. Das entschied das Finanzgericht Schleswig-Holstein mit Urteil vom 21.11.2016, Az. 4 K 58/15. Die Einräumung von Angelberechtigungen gehöre nicht zu den übrigen landwirtschaftlichen Umsätzen im Sinne von § 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG.

Regelbesteuerung anzuwenden

Im Streitfall betrieb der Kläger einen Angelsee mit gemästeten und eingesetzten Forellen und Karpfen, für den er Anglern gegen Entgelt Angelberechtigungen in Form von Tageskarten einräumte. Die Umsätze hieraus ordnete der Kläger der Durchschnittssatzbesteuerung nach § 24 UStG zu. Zu Unrecht, meinte das Finanzgericht. Es gab damit dem Finanzamt Recht, das diese Umsätze der Regelbesteuerung zum allgemeinen Steuersatz (19 %) unterworfen hatte.

Keine Lieferung

Nebenbei entschied das Finanzgericht noch, dass es sich bei der Einräumung von Angelberechtigungen nicht um eine umsatzsteuerrechtliche Lieferung handelt, da die Angelberechtigung unabhängig vom konkreten Angelerfolg sei. Dadurch erlangten die Angler noch keine Verfügungsmacht an den vom Kläger eingesetzten Fischen.

Das Finanzgericht ließ die Revision zum BFH zu (anhängiges Verfahren unter Az. V R 4/17).

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