Beitrags-Archiv für die Kategory 'Betriebsprüfung'

Erlass einer Prüfungsanordnung unterliegt Willkür- und Schikaneverbot

Montag, 14. Mai 2012 20:18

Ein abenteuerlicher Sachverhalt: Beim Kläger, einem Rechtsanwalt, wurde eine Betriebsprüfung angeordnet. Vor dem Finanzgericht machte der Kläger u. a. geltend, dass die gegen ihn ergangene Prüfungsanordnung von leitenden Beamten der Finanzverwaltung willkürlich und aus sachfremden Erwägungen veranlasst worden sein soll. Er vertrete nämlich seit Jahren einen Beamten der Finanzverwaltung wegen behördeninternen Mobbings. [...]

Thema: Allgemein, Betriebsprüfung, Verfahrens-/Prozessrecht | Kommentare (0) | Autor: RA Deutschendorf

Keine Bindung des Finanzamtes an unverbindliche Auskunft bei Änderung der Rechtslage

Freitag, 12. August 2011 12:57

Stellen Sie sich vor, Sie fragen beim Finanzamt nach, ob bestimmte Vorgänge umsatzsteuerpflichtig oder umsatzsteuerfrei sind. Das Finanzamt teilt Ihnen schriftlich, aber “unverbindlich” mit, dass nach Aktenlage keine Umsatzsteuerpflicht bestehe. Jahre später, nach einer Betriebsprüfung, ändert sich die Rechtslage bzw. die Rechtsauffassung des Finanzamtes. Nunmehr werden erstmals Umsatzsteuerbescheide erlassen für Vorgänge, die zunächst als umsatzsteuerfrei beurteilt wurden. Darf das Finanzamt erst hüh, dann hott sagen?

Ja, meint der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Urteil vom 30.03.2011, Az. XI R 30/09. Ändere sich die einer unverbindlichen Auskunft zugrunde liegende Rechtslage, ist das Finanzamt nicht nach Treu und Glauben gehindert, einen der geänderten Rechtslage entsprechenden erstmaligen Umsatzsteuerbescheid zu erlassen. Eine Ausnahme bestehe nur dann, wenn das Finanzamt anderweitig einen Vertrauenstatbestand geschaffen hat. Auf die Änderung der Rechtslage bzw. seiner Rechtsauffassung müsse das Finanzamt den Steuerpflichtigen auch nicht hinweisen.

Rico Deutschendorf | Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht

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Thema: Betriebsprüfung, Umsatzsteuer, Verfahrens-/Prozessrecht | Kommentare (0) | Autor: RA Deutschendorf

Testkäufe in der Betriebsprüfung

Freitag, 17. Dezember 2010 18:11

Welche Anforderungen sind an Testkäufe während einer Betriebsprüfung in einem Gastronomiebetrieb zu stellen? Hierzu hat sich das Finanzgericht Münster geäußert.

Anhand von einzelnen Testkäufen in den Jahren 2005 und 2007 erstellte der Betriebsprüfer für das Streitjahr 2001 eine Ausbeutekalkulation, die zu Hinzuschätzungen führte. Das Finanzgericht Münster hielt dies für unzulässig. Testkäufe müssten die Verhältnisse des Verprobungszeitraums repräsentativ widerspiegeln. Hierfür sei eine zeitliche Nähe zwischen Verprobungszeitraum und Testkauf erforderlich, die sicherstellt, dass zum Zeitpunkt des Testkaufs dieselben betrieblichen Verhältnisse gegeben sind wie während des Verprobungszeitraums. Gesellschaftsrechtliche Veränderungen, eine Neuausrichtung des Angebots, veränderte Marketingstrategien, Umbauten und/oder Erweiterungen, Veränderungen im Angestelltenbereich etc. gewährleisteten regelmäßig kein repräsentatives Abbild der Verhältnisse zum Verprobungszeitraum. Schließlich sei es erforderlich, die Ausbeutekalkulation auf eine repräsentative Anzahl von Testkäufen zu stützen.

@ FG Münster, Urteil vom 17.09.2010, 4 K 1412/07 G,U

Fundstelle(n): folgt

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Thema: Betriebsprüfung, Verfahrens-/Prozessrecht | Kommentare (0) | Autor: RA Deutschendorf

Datenzugriff in der Betriebsprüfung als Verwaltungsakt

Donnerstag, 24. Juni 2010 22:24

Aufforderungen durch den Betriebsprüfer, ihm im Rahmen des Datenzugriffs gemäß § 147 Abs. 6 AO Einsicht in die gespeicherten Daten zu gewähren, das Datenverarbeitungssystem zur Prüfung nutzen zu können, die Daten nach Verfahren der Finanzbehörde aufzubereiten oder ihr auf einem Datenträger zur Verfügung zu stellen, sind jeweils gesonderte Verwaltungsakte, die mit dem Einspruch angegriffen werden können.

@ Bundesfinanzhof (BFH), Urteil vom 08.04.2008, VIII R 61/06

Fundstelle(n): BFH/NV 2008, 1223

Rico Deutschendorf | Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht

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Thema: Betriebsprüfung, Daten und Datenschutz, Verfahrens-/Prozessrecht | Kommentare (0) | Autor: RA Deutschendorf

Betriebsprüfung bei Berufsgeheimnisträgern und unbestimmte Vorlageverlangen

Mittwoch, 24. Februar 2010 23:26

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass ein Verlangen des Finanzamtes zur Vorlage von Unterlagen in der Betriebsprüfung rechtswidrig und nicht vollstreckbar ist, wenn sich der Regelungsgehalt des Vorlageverlangens auch nicht durch Auslegung unter Berücksichtigung der dem Adressaten bekannten Umstände hinreichend klar ermitteln lässt. Darüber hinaus hat der BFH angemerkt, dass ein Vorlageverlangen in der Regel übermäßig und damit rechtswidrig ist, wenn es sich auf Unterlagen richtet, deren Existenz beim Steuerpflichtigen ihrer Art nach nicht erwartet werden kann.

Schließlich hat der BFH zu Vorlageverweigerungsrechten von Berufsgeheimnisträgern (insbesondere Rechtsanwälte und Steuerberater) Stellung genommen: Vorlageverweigerungsrechte bestünden auch in der beim Berufsgeheimnisträger selbst stattfindenden Außenprüfung, jedoch könne das Finanzamt grundsätzlich die Vorlage der zur Prüfung erforderlich erscheinenden Unterlagen in neutralisierter Form verlangen.

@ BFH, Urteil vom 28.10.2009, VIII R 78/05

Fundstelle(n): BFH/NV 2010, 705

Rico Deutschendorf | Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht

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Thema: Betriebsprüfung, Verfahrens-/Prozessrecht | Kommentare (0) | Autor: RA Deutschendorf